"Sei einfach netter zu dir selbst" ist gut gemeint und schwer umzusetzen, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll. Ein Journal mit konkreten, wiederkehrenden Fragen macht aus dem vagen Vorsatz eine tatsächliche, wiederholbare Übung.
Ein Satz wie "ich bin genug" täglich zu wiederholen, ohne dass er mit echten, eigenen Erlebnissen verknüpft wird, bleibt oft hohl. Wirksamer sind konkrete Fragen, die zur eigenen, echten Erfahrung des Tages zurückführen.
Konkrete Fragen statt freiem Schreiben. "Worauf bin ich heute stolz, auch wenn es klein ist?", "Wo war ich heute streng mit mir, wo hätte ein Freund mehr Nachsicht gehabt?" — Fragen, die zu echten Momenten des Tages zurückführen, statt allgemeine Sätze zu wiederholen.
Platz für den inneren Kritiker sichtbar machen. Selbstkritische Gedanken einmal aufzuschreiben, statt sie nur im Kopf kreisen zu lassen, nimmt ihnen oft schon einen Teil ihrer Wucht.
Kurz genug für einen wiederkehrenden Moment am Tag. Drei kurze Fragen abends vor dem Schlafen halten sich langfristig besser als eine lange Journaling-Session, die selten Zeit findet.
Der Umgang mit dem inneren Kritiker ändert sich selten über Nacht — ein Journal wirkt eher über Wochen und Monate wiederholter, kleiner Einträge als durch eine einzelne lange Reflexion.
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